Basiswissen

Fonds sind nicht kompliziert, aber einiges sollte man wissen - wie sie funktionieren, welche Fondstypen es gibt, wo die Risiken liegen und anderes mehr. Hier finden Sie verständliche, klare Antworten.

Weitere Fondsarten

Hedge-und Futurefonds
Mit herkömmlichen Fonds hat diese Fondsart nur den Namen gemein sam. Im Vordergrund steht die absolute Gewinnmaximierung. Hierfür werden verschiedene Strategien und Instrumente angewandt. Hochris kante Termingeschäfte gehören genauso dazu wie Leerverkäufe und Spekulationen auf Kredit. Mit Absicherungsstrategien versuchen Hedgefonds, auch bei rückläufigen Kapitalmärkten positive Ergebnisse zu erzielen.
Zum Beispiel: Beim Handel mit Terminkontrakten wird ein ausge wähltes Produkt zu einem bestimmten Preis auf einen späteren Termin hin gekauft oder verkauft. Es handelt sich also um eine reine Speku lation auf die zukünftige Preisentwicklung. Dies stellt eine reine Wette dar, da keinerlei Werte in Form von Wertpapieren oder Immobilien verbrieft sind. Daher unterliegen Hedge- und Futuregeschäfte nicht dem deutschen Wertpapierbegriff und fallen nicht unter die Anlegerschutzgesetze für Investmentfondsanlagen. Sie unterliegen keinerlei Kontrolle durch das Bundesaufsichtsamt.
Vor dem Kauf von Hedge- und Futurefonds sollten Sie sich unbedingt über die Seriosität der Fondsgesellschaft erkundigen. Außerdem darf diese Fondsart nie als Basisinvestition angesehen werden. Ein weiterer Unterschied liegt in der Verfügbarkeit Ihres Geldes. In den meisten Fällen haben Hedgefonds Bindungsfristen, und selbst wenn diese ausgelaufen sind, ist der Verkauf nur zu festen Terminen quartals- oder monatsweise möglich.

Venture-Capital-Fonds
Venture-Capital (VC) oder auch Private Equity bietet die Möglich keit, sich zu einem frühen Zeitpunkt, quasi in der Gründungsphase, an wachstumsstarken Unternehmen zu beteiligen. Wenn Sie diese extremen Chancen dieser Anlage nutzen wollen, sollten Sie genug Kapital haben, damit Sie es leichter verkraften können, einen Teil, im Extremfall sogar den ganzen Einsatz, zu verlieren.
Aus steuerlicher Sicht gibt es zwei VC-Varianten. Die erste bezieht sich auf die Möglichkeit anfänglicher Verluste. Dabei sind die Erträge jedoch steuerpflichtig. Statt auf anfängliche Verluste zielt die zweite Variante auf steuerfreie Gewinne aus Beteiligungsverkäufen. Mit ersten Verkäufen ist in der Regel nach drei bis fünf Jahren zu rechnen. Am Markt finden Sie Fonds, die direkt in Unternehmen investieren, oder Dachfonds, die statt in Unternehmen in Zielfonds investieren, die ihrerseits 10 bis 30 Unternehmen Geld geben.
Zum Zeitpunkt der Überweisung wissen Sie noch nicht, wohin Ihr Geld fließen wird (Blind Pool). Bei Investitionen außerhalb des Eurolands tritt noch das Währungsrisiko hinzu. Venture-Capital-Fonds unterliegen nicht den Anlegerschutzgesetzen für Investmentfondsanlagen.

Umbrellafonds
Der Umbrellafonds stellt kein selbständiges Sondervermögen dar. Der Begriff (englisch: umbrella = Regenschirm) bezeichnet eine übergeord nete Fondskonstruktion. Der Fonds besteht aus mindestens zwei ver schiedenen Unterfonds, bei denen es sich um die eigentlichen Investment fonds handelt. Der Vorteil für den Anleger liegt darin, dass er inner halb der verschiedenen Unterfonds jederzeit tauschen (switchen) kann, ohne erneut den Ausgabeaufschlag zu bezahlen. Lediglich geringe Tauschgebühren werden in Rechnung gestellt. Dies ist vor allem für den Vermögensteil interessant, der zur das Ausnutzung von periodischen Marktschwankungen in Länder- und Branchenfonds investiert wird.

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Dieser Inhalt stammt aus dem Buch:

Investmentfonds verstehen und richtig nutzen
von Andreas Rühl